Online-Bingo in Deutschland
Bingo erfreut sich in Deutschland einiger Beliebtheit. Es steht zwar dem allgegenwärtigen Lotto an Popularität immer noch etwas nach, doch mit dem Zeitalter des Online-Gamings wird das Spiel auch hierzulande immer mehr gespielt. Es ist nicht mehr notwendig, sich auf Vereins- oder Gemeindeveranstaltungen zu treffen, wo Bingo vor dem Einzug des Internets mehrheitlich gespielt wurde.

Die Anfänge des Spiels sind wohl im Lotto zu suchen, das bereits im 17. Jahrhundert gespielt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich dann in den USA die als Bingo bekannte Spielvariante. Das Spiel verbreitete sich zunächst vor allem in den USA, Großbritannien und auf den Philippinen, ehe es seinen Weg nach Deutschland fand. Es ist unter anderem deshalb so beliebt, weil es im Vergleich zum traditionellen Lotto ein Gesellschaftsspiel ist, da man Bingo meistens gemeinsam mit anderen Menschen in einem Raum spielt. Das traditionelle Bingo wird nach wie vor in vielen deutschen Städten gespielt, oft bei Veranstaltungen von Kirchengemeinden, wo die Einnahmen für Gemeindezwecke genutzt werden. Demnach ist Bingo nicht unbedingt vorrangig ein Glücksspiel, sondern auch ein Spiel, das dem Gemeinschaftssinn zuträglich ist.

Das Spiel gibt es in mehrere Varianten, zumeist mit 90 oder 75 Kugeln. Jeder Teilnehmer kauft zu beginn des Spiels einen Bingo-Schein mit der entsprechenden Anzahl von Zahlen. Ein Spielleiter zieht wie beim Lottospiel per Zufall eine Kugel aus einer Trommel und ruft die gezogene Zahl anschliessend aus. Die Spieler kreuzen daraufhin die Zahl auf Ihren Teilnahmecoupons an, falls diese darauf abgedruckt ist. Sobald alle Zahlen auf dem Los eines Teilnehmers markiert sind, ruft dieser laut Bingo! In anderen Varianten des Spiels reicht bereits eine markierte Zeile oder Spalte zu einem Gewinn von Sach- oder auch Geldpreisen. Nach Prüfung des Bingo-Scheins ist die Spielrunde abgeschlossen.

Dank des Internets kann man Bingo inzwischen von überall aus spielen - von Zuhause, in einem Café, auf dem Weg zur Arbeit oder in den Ferien. Dank der fortgeschrittenen, technischen Möglichkeiten, ist es nun möglich, auch mit Freunden online Bingo zu spielen, egal wo sich die Spieler auf der Welt gerade befinden mögen. Wie bei der traditionelle Version, wird Bingo nie alleine gespielt, der Teilnehmer befindet sich in einer virtuellen Bingo-Halle immer in Gesellschaft mit anderen Spielern. Es gibt inzwischen jede Menge Community-Seiten, auf denen sich Bingo-Spieler austauschen und auch neue Freundschaften schließen. Es besteht die Möglichkeit, Gleichgesinnte auf der ganzen Welt zu finden und mit Ihnen in Kontakt zu treten.

Online-Bingo funktioniert im Prinzip genauso wie die analoge Variante. Die Spielregeln sind die selben wie beim traditionellen Bingo. Gespielt wird meistens die britische Variante mit 90 Kugeln, aber auch die amerikanische mit 75 Kugeln ist weit verbreitet. Beim Online-Bingo genügt schon meist eine komplette Zeile oder Spalte zum Sieg. Entsprechend schneller kann der Spieler Gewinne erzielen. Wer die Regeln noch nicht genau kennt, sollte sich vorab genau die Spielregeln ansehen. Diese sind aber auf den meisten Bingo-Seiten genau beschrieben.

Wer online Glücksspiele spielt, sollte natürlich wie bei allen Glücksspielen immer auf sein Spielverhalten achten. Man soll das Glück nicht unendlich herausfordern. Wer dies im Auge behält, kann beim Online-Bingo eine Menge Spass haben. Und zudem kann es sich auch lohnen, denn mit kleineren Einsätzen kann man beim Bingo schon einige Gewinne erzielen.

Angesichts des unklaren rechtlichen Status des Online-Glücksspiels in Deutschland, überrascht es nicht, dass es keine deutschen Online-Bingohallen gibt. Es gibt jedoch zahlreiche ausländische Anbieter wie beispielsweise Maria Bingo, die sowohl ins Deutsche übersetzte Portale, als auch rein deutschsprachige Bingo-Hallen anbieten. Die EU setzt seit einer Weile die deutsche Regierung unter Druck, die Gesetzeslage in Deutschland zu verändern, da sie das staatliche Glücksspielmonopol nicht anerkennt.

Vorerst kann man in Deutschland nur in Nordrhein-Westfalen legal seinem Hobby frönen, denn das Bundesland hat bisher als erstes und einziges in Deutschland eine eindeutige Gesetzesgrundlage für Online-Glücksspiele geschaffen. Man darf hoffen, dass weitere Bundesländer diesem Beispiel Folge leisten werden, denn es geht nicht nur um eindeutige legale Bestimmungen für einen boomenden Markt, sondern auch um immense Steuereinnahmen. Schleswig-Holstein kann durch die Legalisierung von Online-Gückspielen wie Poker, Bingo und Sportwetten mit Steuereinnahmen von 20% rechnen.

Ob wohl auch die anderen Bundesländer dem Vorbild Schleswig-Holsteins folgen werden, ist derzeit noch unklar und hängt vor allem von der nächsten Bundestagswahl ab. Im Falle, dass SPD und Grüne die Wahl für sich entscheiden, wird es wohl eher nicht dazu kommen, da sich beide Parteien in der Vergangenheit gegen die Legalisierung des Online-Glücksspiels ausgesprochen haben.

Dies mag seltsam erscheinen in Anbetracht der Tatsache, dass Spieler sich trotz der legalen Situation nicht aufhalten lassen, Ihrer Passion zu frönen. Durch die uneindeutige Gesetzeslage sind illegalem Glücksspiel keine Riegel vorgeschoben und die Spieler werden nicht ausreichend vor potenziellem Betrug geschützt. Desweiteren können eventuelle Gewinnansprüche schwerlich durchgesetzt werden, im Falle, dass der Betreiber seinen Firmensitz auf einer Insel in der Karibik hat. Es ist zwar gesetzlich verankert, dass der Veranstalter eines Glücksspiel-Portals ohne behördliche Erlaubnis gemäß § 284 des Strafgesetzbuches (StGB) mit bis zu 5 Jahren Haft rechnen kann, die Betreiber betrügerischer Online-Angebote jedoch zumeist ihren Geschäftssitz im Ausland haben und deshalb schwerlich durch deutsche Behörden zu belangen sind. Auch die aktive Teilnahme an illegalen Glücksspiel-Angeboten ist in Deutschland weiterhin strafbar. Wer sich also an illegalen Online-Glücksspielen beteiligt, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 6 Monaten oder mit einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagen rechnen.

Um Spieler vor Betrug zu schützen, ist eine Veränderung der Gesetzeslage dringend nötig. Das Vorbild Schleswig-Holsteins und auch der Druck aus Brüssel lässt zumindest hoffen, dass sich bald ein Wandel in den Köpfen der Politiker vollzieht. Es erscheint unverständlich, warum man in Anbetracht eines nicht aufzuhaltendes Phänomens den Kopf in den Sand steckt und sich dabei viele wertvolle Steuer-Millionen durch die Lappen gehen lässt.